Die interaktive Lehr-Installation „Diorama“

Die Idee „Diorama“ lehnt sich an heute häufig genutzte Darstellungsformen in Museen an, bei denen plastische Elemente geschickt mit gemalten Hintergrundbildern kombiniert werden.

Zwei Leitmotive prägen die Ausgestaltung des Konzepts. Aus dem Motto „Wasser ist Leben“ wird mit Hilfe einer erbetenen Tätigkeit (Arbeit an der Wasserpumpe) abgeleitet, dass der Mensch etwas tun muss, um seine Umwelt zu erhalten. Er muss lernen, die Signale der Natur – dramatischer ausgedrückt: ihre Hilfeschreie – zu deuten und entsprechende Handlungen einzuleiten. Die designerische Gestaltung des Hintergrundes verdeutlicht hingegen, dass Natur und Technologie auch Hand in Hand gehen können, und in der heutigen Zeit nicht mehr trennbar sind. Dafür steht auf der einen Seite der Installation die realistische Darstellung einer etwas archaisch anmutenden Technologie (Schwengelpumpe), die in ein Landschaftsidyll eingebettet ist. Auf der anderen Seite finden sich stilisierte Darstellungen von Blumen als klassischen Vertretern der Natur, deren Kernelemente (Blüten, Blätter) durch Hochtechnologie-Erzeugnisse (OLEDs) verkörpert werden.

Die Installation ist 1,65 m hoch, ca. 3,00 bis 3,50 m weit und 0,40 m tief. Die hintere Ebene ist ein Bild, welches einen thematischen Verlauf von rechts nach links aufweist. Auf der rechten Seite ist eine fotorealistische Darstellung einer ländlichen Idylle zu sehen (z.B. mit einer alten Bauernkate), auf der linken Seite ist eine verfremdete, stilisierte, minimalistische Darstellung einer Blumenwiese zu sehen. Diese beiden Darstellungen gehen im mittleren Bereich sanft ineinander über.

Vor dem Bild steht auf der rechten Seite eine alte Schwengelpumpe (passend zum Bildhintergrund platziert), mit der Wasser in eine Rinne gepumpt werden kann. Diese Rinne ist relativ hoch angesetzt und fällt in mehreren Windungen nach links bis auf die Bodenhöhe der linken Blumenwiese ab. Im rechten Bereich ist der Werkstoff der Rinne so gestaltet, dass es nach altem Holz aussieht. Im mittleren Bereich findet ein Wechsel in Acryloptik statt, d.h. die Rinne ist durchsichtig gestaltet. In etwas geraderen Abschnitten ist die Rinne mit länglichen OLED (z.B. RDW-046) ausgelegt bzw. unterfüttert.

Die Rinne mündet in einen flachen Bereich mit grasgrünem Untergrund, der mit drei bis vier sanften Erhebungen ausgestaltet ist. Aus jedem dieser unregelmäßig angeordneten Hügel ragt jeweils eine Blume hervor. Die Blumen sind individuell gestaltet (Größe, Form, etc). Sie weisen allesamt einen Stängel aus leicht grün eingefärbtem oder lackiertem Acryl auf, der ähnlich wie die Wasserrinne mit 3 bis 5 länglichen OLEDs ausgelegt ist. Der Blütenkopf besteht aus einer oder drei runden OLEDs (z.B. CDW-030). Auch er weist ein Acrylgehäuse auf. Um den Blütenkopf herum sind kranzartig jeweils sechs weitere OLEDs in weiteren Acrylgehäusen angeordnet. Hierbei können wahlweise quadratische (z.B. SDW-058), rechteckige (z.B. RDW-046) oder runde OLEDs (z.B. CDW-030) eingesetzt werden.

Die Blumen sind beweglich. Durch Servomotoren besteht die Möglichkeit, um die Stängelachse zu rotieren. Dabei ist ein Winkelbereich von +/- 45° ausreichend. Die Grundposition für die „Blickrichtung“ der Blume ist allerdings nicht direkt nach vorne, sondern ca. 20° in Richtung Pumpe gedreht. Der Blütenkopf kann sich neigen und heben. Die Blätter können sich nach vorn bewegen und die Blüte schließen.

Im mittleren Bereich der Installation ist Platz für ein oder zwei stilisierte Farne, die aus rechteckigen OLEDs in ähnlicher Form wie die Blumen gestaltet werden können. Sie sind allerdings unbeweglich. Ihr Wurzelbereich steht in Kontakt mit der Wasserrinne.

Die Installation steht auf einem ca. 10 cm hohen Fuß, der ein Wasserreservoir beherbergt. Es wird befüllt über einen Abfluss in der „Blumenwiese“. Das Wasserreservoir weist im Bereich der Pumpe einen Fensterbereich auf. Dort besteht die Möglichkeit, über blaue LEDs das Wasser zum Leuchten zu bringen.

Im mittleren, unteren Bereich der Installation ist eine getarnte Kamera integriert, die in der Lage ist die Bewegung von Personen zu verfolgen.

Im Anfangszustand sind alle Blumen aus, sie lassen ihre Köpfe hängen (volle Neigung) und die Blätter sind maximal geschlossen. Eine vorbeigehende Person muss auf die Installation aufmerksam gemacht werden. Ihre Bewegung wird über das Kamerasystem erfasst. Eine Blume wendet sich der Person zu und folgt seiner Bewegung. Dabei senden die OLEDs in Blütenkopf und Blütenblättern ein schwach pulsierendes Glimmen aus. Die Blütenblätter bewegen sich dabei leicht, der Sound der Servomotoren stellt dabei einen zusätzlichen Reizimpuls dar. Wenn das Kamerasystem feststellt, dass die Person reagiert und sich auf die Blume zubewegt, fängt das Wasserreservoir an, blau zu blinken. Dies ist das Signal, die Pumpe zu bedienen.

Sobald Sensoren am Pumpenauslass die Wasserbewegung detektieren, schalten sich die OLEDs in der Wasserrinne als schnelles blinkendes Lauflicht an. Wenn das Wasser an den Farnen vorbeifließt, werden diese zu voller Helligkeit hochgedimmt. Wenn am Einmündungsbereich der Blumenwiese Wasser ankommt, werden die Blumen zu voller Helligkeit hochgedimmt. Dabei läuft das Licht die Stängel hoch, die Blütenköpfe richten sich senkrecht auf und die Blätter öffnen sich maximal. Die Blumen wenden sich der Person an der Pumpe zu.

Wenn kein Wasser mehr fließt, geht alles auf Grundstellung zurück. Die interaktive Blume bleibt aber mit schwachem Blinken weiterhin auf die Person fixiert. Erst wenn die Person sich final mehr als 2 m von der Pumpe entfernt, geht auch sie in die Grundposition zurück. Die Intention ist, die Person zu längerem Pumpen (> 15 s) zu animieren, weil bei ein- oder zweimaligem Pumpen der volle Effekt nicht erreicht werden kann.

Designer: Mario Lukas, Christoph Emonds, Daniel Adams, OSRAM OLED Applikations-Team

Bilder: axis GmbH & Co. KG

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